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Politik-Kritik gegenüber der Politik in Deutschland, der EU und der Globalisierung! Biographie von Mahatma Gandhi
Kurzbiografie
Mohandas Karamchand "Mahatma" Gandhi indischer Freiheitskämpfer 1.Kurzbiografie Gandhi stammte aus einer hohen Kaste, studierte in London und war Rechtsanwalt in Bombay. 1893 bis 1914 war er Vorkämpfer der Gleichberechtigung seiner Landsleute in Südafrika, organisierte im Buren- und auch im Ersten Weltkrieg freiwillige Sanitätskorps. Seit 1918 war Gandhi Organisator und Seele der indischen Nationalbewegung. 1924 und 1940 war er Präsident des Nationalkongresses (Kongresspartei), insgesamt achtmaI im Gefängnis. 2.Der Mythos Gandhi Führer der indischen Unabhängigkeitsbewegung. Sein bei den Hindus ins Legendäre gesteigertes Ansehen, seine Erfolge gründeten sich auf Selbstlosigkeit, asketisch-heroische Haltung (Fasten) und die Methoden seiner politischen Kampfführung, besonders des gewaltlosen Widerstandes (satyagraha) in Form von zivilen Ungehorsamkeitskampagnen, Steuerstreik, Boykott englischer Textilwaren durch Hausspinnerei (der handgesponnene weiße baumwollene "Khaddar" als Symbol wirtschaftlicher Freiheit), Verletzung des staatlichen Salzmonopols durch Destillation von Salz aus Meerwasser, Hungerstreiks. Gandhi weckte die nationale Begeisterung für eine indische Bewegung, der die Massen früher teilnahmslos gegenübergestanden hatten. Er trat nicht nur für die Gleichberechtigung der Paria, sondern auch für die Versöhnung zwischen Hindus und Moslems ein und wurde deshalb von einem Journalisten, einem fanatischen Hindu, erschossen. 3.Gandhis Lehre Gandhi legte die Grundlagen des neuen indischen Staates, seine Lehre umfasste die folgenden Hauptprogrammpunkte: Selbstregierung auf Grund nationaler Erziehung und sozialer Arbeit, neue Methode der Gewaltlosigkeit, soziale Befreiung der Massen, vor allem der Bauern, Abschaffung des Begriffes "Unberührbarkeit" (Aufgehen der Paria im Volk), allindische Einheit, säkularisierter Staat, wirtschaftliche Autarkie (Förderung des indischen Handwerks), Ablehnung sozialistischer Experimente.
Leben und WerkJugend und Berufsausbildung: Das jüngste Kind der vierten Frau des Ortsverwalters von
Porbandar im Bundestaat Gujarat erhielt eine streng hinduistische Erziehung. Die Mutter lehrte
den Jungen schon früh die in ihren Augen wichtigsten Grundlagen ihrer Religion: Gewaltlosigkeit
und die Unendlichkeit aller Dinge im Universum. Die Eltern, die aus der Kaste der Vaischyas
(Kaufleute) stammten, achteten zudem auf eine rein vegetarische Ernährung, die regelmäßig von
Fastenzeiten unterbrochen wurde, und erzogen ihre Kinder außerdem zur Toleranz gegenüber
Andersgläubigen. Gandhi, der bereits mit 13 Jahren die gleichaltrige Kasturbai Nakanji
geheiratet hatte, strebte einen juristischen Beruf an und begann 1888 ein entsprechendes
Studium in der britischen Hauptstadt London. Schon bald zählte der Asket zu den führenden
Vertretern der dortigen Vegetariergesellschaft. 1891 legte Gandhi sein Examen ab und kehrte Politische Aktivitäten in Südafrika: Die berufliche Karriere ließ in der Heimat jedoch auf sich warten. Nach mehreren vergeblichen Anläufen erhielt Gandhi eine Anstellung als Rechtsanwalt in Bombay. 1893 nahm er das Angebot an, für ein Jahr in der südafrikanischen Niederlassung einer indischen Firma tätig zu werden. Statt zwölf Monate blieb Gandhi jedoch 21 Jahre in Südafrika, wo er sich schon bald gegen die systematische Diskriminierung der dortigen indischen Minderheit einsetzte. Auslöser für seine politischen Aktivitäten war der Versuch der Regierung in der Provinz Natal, den Indern das Wahlrecht nehmen zu wollen. Gandhi entwickelte sich zum Anführer einer weltweit beachteten Bewegung, deren Vetretung - die indische Kongresspartei in Natal - er 1894 gründete. An der Machtlosigkeit der indischen Minderheit änderte sich zunächst jedoch nichts. Gandhis Ansinnen, die Kolonialherren durch ein eigenes indisches Sanitätskorps im Burenkrieg (1899-1902) gnädig zu stimmen, scheiterte. Als sich 1906 alle in Transvaal lebenden Inder registrieren lassen sollten, organisierte Gandhi einen erfolgreichen Massenprotest: Trotz Strafandrohung durch die Regierung weigerten sich die Inder, der Anweisung nachzukommen. Der gewaltfreie Widerstand verfehlte seine Wirkung nicht, denn angesichts der öffentlichen Aufmerksamkeit konnte die Ordnungsmacht kaum mit Härte gegen die Aufbegehrenden vorgehen, die sich dem "Satyagraha", der von Gandhi erdachten Methode "Ergreifen der Wahrheit" verschrieben hatten. Die Bedeutung Gandhis für den Widerstand der Inder war den Herrschern bald klar, doch alle Versuche, Gandhi durch Haftstrafen von seinem Weg abzubringen, schlugen fehl. Kampf in Indien: 1914 kehrte Gandhi nach Indien zurück, wo er ein Jahr später die
Kongresspartei reorganisierte. 1919 musste sich das "Satyagraha" erstmals auch in Gandhis
Heimat bewähren, als die Behörden ein Gesetz verabschieden wollten, das eine Verhaftung von
sog. Aufwieglern ohne Prozess vorsah. Gandhi, der 1915 vom indischen Dichter Rabindranath Salzmarsch: Die Briten beriefen 1927 zwar eine Kommission zur Ausarbeitung einer Verfassungsreform, lehnten die Teilnahme von Indern jedoch kategorisch ab. Gandhi forderte einen Dominionstatus (Teilautonomie) für Indien und drohte mit Generalstreiks. Den Höhepunkt des gewaltfreien Widerstands der Inder lösten die Briten im März 1930 durch eine Salzsteuer aus. Gandhi rief zum sog. Salzmarsch gegen das britische Salzmonopol auf, und das Volk schloss sich fast vollständig an. Über 60000 Menschen kamen in Haft, Gandhi selbst musste für neun Monate ins Gefängnis, doch die Briten verzichteten fortan auf ihr Salzmonopol. "Mahatma" verfolgte seinen Kampf für Gerechtigkeit unverdrossen weiter und erreichte 1931
als Vertreter des Indischen Nationalkongresses eine Teilnahme an der sog. Round-Table-Konferenz in London, bei der es um eine Lösung der Konflikte gehen sollte. Die
indischen Forderungen wurden jedoch abgelehnt. Eine besondere Demütigung für die Inder war
es, dass ihr Vertreter Gandhi unmittelbar nach seiner Rückkehr erneut verhaftet wurde. Im Sieg und Niederlage: 1934 gab Gandhi sein Parteiamt auf, um sich ganz dem Volk widmen zu
können. Darüber hinaus machte sich bei dem 64-Jährigen eine zunehmende Enttäuschung
darüber breit, dass er die Mitglieder seiner Partei nicht grundsätzlich von der Gewaltfreiheit
hatte überzeugen können. Gandhi, ein vehementer Gegner des Zweiten Weltkriegs, übernahm
1941 erneut die Leitung des Kongresses. Nachdem er 1942 den sofortigen Abzug der
Kolonialherrscher gefordert hatte, ließen die Briten kurzzeitig die gesamte Führung des
Nationalkongresses inhaftieren. Daraufhin kam es im ganzen Land zu blutigen Auseinandersetzungen, auch Gandhis Einfluss konnte die Gewalt in den folgenden Jahren nicht
länger eindämmen. Außerdem hatte sich der Konflikt zwischen Hindus und Moslems seit Mitte
der 30er Jahre immer weiter zugespitzt; eine Versöhnung der Volksgruppen schien unmöglich
zu sein. So musste Gandhi, dessen Frau 1942 gestorben und der zwei Jahre später wegen
seiner angegriffenen Gesundheit aus der Haft entlassen worden war, schließlich 1947 nach Würdigung: Mit gewaltfreiem Widerstand und zivilem Ungehorsam stellte Gandhi die Weichen für die Unabhängigkeit des indischen Subkontinents von Großbritannien, die Feindschaft zwischen Hindus und Moslems konnte er jedoch nicht beenden. Die "Große Seele" ("Mahatma") ließ sich weder von Drohungen noch von Haftstrafen in seinem Kampf für Gerechtigkeit beirren und entwickelte sich so zum Vorbild für Menschenrechtsbewegungen in aller Welt.
Service:Internetlink(s)
BibliografieHeimo Rau: Mahatma Gandhi, 1998 Zurück zu "Massnahmen" und zur "Politik-Kritik".
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